Geschichte der QQQ Familienforschung

Wer war der erste Quitmann Familienforscher?

 



John Anthony Quitman, USA

 

 

 

Als 1839 der amerikanische General John Anthony Quitman nach Deutschland und Holland reiste, um dort Informationen über seine deutsche und holländische Verwandtschaft zu sammeln und in Iserlohn schliesslich auf die Schwestern Karoline und Sophia des von ihm gesuchten Wilhelm Quitmann traf, wird er sich sicherlich nicht bewusst gewesen sein, dass seine Briefe und Tagebuchaufzeichnungen über 160 Jahre später wichtige Zusammenhänge innerhalb der Iserlohner Quitmann Familien klären würden - aber auch neue Fragen aufwerfen könnten. Er war der erste, von dem wir definitiv wissen, dass er sich für die Herkunft der Familie Quitmann interessierte und darüber Aufzeichnungen machte.

 

 

Wie ging es weiter?

 

Mehr als 60 Jahre später wurden August und Paul Quitmann in Lünen durch ihren Freund Ernst Waldschmidt angeregt, der Geschichte ihrer eigenen Familie nachzugehen und machten sich daran, zusammen mit Dr. Ernst Quitmann aus Köln, Informationen zu sammeln und zu ordnen. Leider sind aus dieser Phase der Quitmann Familienforschung keine schriftlichen Aufzeichnungen erhalten. Es hat sie aber offensichtlich gegeben, denn sie werden später von Walter Quitmann bei seiner Willkommensrede zum Quitmann Treffen 1935 erwähnt.

 

Als dann beim Familientag 1928 beschlossen wurde, dass man nun systematisch die Kirchenbücher von Altena und Iserlohn durchsehen wolle und die Familie dafür auch Geld sammelte, kamen schon eine ganze Menge Daten zusammen, die allerdings in den Wirren des 2. Weltkriegs und durch den Tod von Walter Quitmann auch wieder nur teilweise erhalten geblieben sind. Kernergebnis der damaligen Forschung war eine Stammtafel der Altenaer Quitmanns, die mit Dietrich Hermann Quitmann ( 1679-1756 ) begann und die männlichen erwachsenen Nachkommen bis etwa 1932 enthielt. Diese Tafel wurde 1935 beim Familientreffen in Essen an alle Teilnehmer verteilt. Danach kam der 2. Weltkrieg und alle hatten erst einmal ganz andere Sorgen, als daran zu denken,  Familientreffen zu veranstalten und in der Vergangenheit zu forschen.

 

 

 

 

Familienforschung nach dem zweiten Weltkrieg

 

Nach Ende des zweiten Weltkriegs war Harold Quitmann, ein Enkel des seinerzeit aus Neuenrade ausgewanderten Julius Quitmann, als Offizier der englischen Besatzungsmacht in Deutschland und suchte nach seinen Vorfahren. Er hatte erst sehr spät von seinem Vater erfahren, dass er überhaupt deutsche Vorfahren hatte und wusste lediglich, dass sie aus “Preussen" stammen würden. Hierunter verstand er “Ostpreusse" und bezahlte einen deutschen professionellen Familienforscher, ihm weitere Informationen zu verschaffen. Die Rechnung dafür war hoch und die Ausbeute war gering. Er suchte in der völlig falschen Gegend.

 

Einige Zeit später, Anfang der 60er Jahre, kam es dann zu Kontakten zwischen Harold Quitman aus England und der Familie von Werner Quitmann in Köln und zu einer wesentlich gezielteren Suche nach Verwandten. Werner Quitmann und seine Söhne besuchten einige Quitmann-Familien, die ihnen bekannt waren und sammelten Daten, insbesondere die Fortsetzungen der Stammtafel von 1935. Harold Quitman und seine Kusine Tommie Quitmann suchten ausserdem ganz gezielt nach Walter Quitmann aus Essen, der 1898 für ca. 2 Jahre in der Familie von Carl Quitmann in England gelebt und in dessen Firma gearbeitet hatte. Tommie hatte inzwischen die Firma ihres Grossvaters übernommen, besuchte geschäftlich auch Deutschland, fand aber nur einen W. Quitmann in Hagen, der sich als der Falsche herausstellte.

 

Aber auch der General John Anthony Quitman in Amerika war nicht ganz in Vergessenheit geraten. Mehr oder weniger zeitlich parallel suchten Harold Quitman mit Charles Quittman in den USA (der aber nicht aus der Linie des Generals abstammte sondern aus der Linie von Jozef Kvitman (Quittman) ) und Lore Quitmann, damals im diplomatischen Dienst für Deutschland in den USA, nach seinen Nachkommen. Lore Quitmann fand auch tatsächlich die Familie Padgett/Shaw (Urenkelin und Ur-Ur-Enkelin  von John A. Quitman) und besuchte sie in Signal Mountain/Tenessee. Aber der Kontakt riss später für viele Jahre ab und die Adresse ging erstmal verloren.

 

In den 80ger und 90er Jahren vervollständigten dann Dieter Quitmann und Bärbel Lutt, die sich inzwischen kennen gelernt hatten (spontaner Telefonanruf ...Sind wir vielleicht verwandt? ...) die vorhandenen Daten durch Sichtung weiterer Kirchenbücher in Iserlohn und Altena und durch Reisen in die USA, allerdings ohne auf die noch lebenden Nachkommen der nach Amerika ausgewanderten Quitmanns zu treffen.

 

 

Ab 2001 dann ein neuer Anfang

 


 

Der Vorstand der Familienforschung QQQ 2001 bei der Vereinsgründung

 

 

 

Als im Oktober 2001 Dieter und Dorothea Quitmann, Bärbel Lutt und Heide und Manfred Wiese den Verein Familienforschung Quitmann Quitman Quittmann gründeten, wussten sie nicht, wie groß das Interesse dafür sein würde und wie lange sie selbst in der Lage sein würden, dem Verein eine langfristige Perspektive zu geben.

 

Der Verein wuchs schnell und bereitwillig übersandte Harold Quitman, England, schon bald seine gesamten Unterlagen dem Archiv. Aus Altersgründen konnte er selbst nicht mehr viel tun, besorgte aber eine ganze Reihe wichtiger Adressen der Nachkommen der nach England ausgewanderten Neuenrader Quitmann-Brüder.

 

Die Töchter von Fritz Nagel übergaben dem Verein seine Aufzeichnungen über die Lösseler Quittmanns . Wir erhielten ebenfalls wichtige Originaldokumente von den Lünener Quitmanns und durch Reinhard Quitmann, Borken, eine Kopie einer besonders wertvollen Aufzeichnung der Familiengeschichte von Walter Quitmann, Essen. Heide und Manfred Wiese verbrachten viele Wochen in den Archiven von Iserlohn, Altena, Neuenrade, Menden, Hemer , Münster, Paderborn, Berlin und Düsseldorf und besuchten eine Quit(t)mann-Familie nach der anderen - auch in England - , scannten Fotos ein, machten Notizen und Kopien und sammelten in kurzer Zeit eine Menge Daten. Immer mehr QQQs begeisterten sich für die Familienforschung und suchten auf Dachböden und in Kellern nach Dokumenten.

 

Bis heute immer noch die wichtigste Fundgrube sind die “Familienkoffer” von Bärbel Lutt, die sowohl von Seiten ihres Vaters als auch von ihrer Mutter bereits viele Fotos und Dokumente geerbt hatte und Bilder und Dokumente vorbildlich geordnet und beschriftet hat und bereits den größten Teil dem QQQ Archiv übergeben hat.

 

Die Suche nach den Quitman-Nachkommen in den USA blieb zunächst erfolglos. Ein Stapel Briefe, geschrieben an gefundene Quitman-Adressen in amerikanischen Telefonbüchern, erreichte 2001 die Empfänger ausgerechnet kurz nach dem Attentat vom 11. September, als die anonymen Briefe mit dem giftigen Antrax in Umlauf waren. Die meisten unserer Briefe wurden ungeöffnet zurückgeschickt oder weggeworfen.

 

Weitere Versuche, die Familie Padgett/Shaw in den USA zu finden scheiterten daran, dass es dort keine Meldepflicht gibt und ausserdem der Datenschutz eine fast unüberwindliche Hürde darstellt. Aber Zähigkeit und Glück helfen manchmal weiter: So trafen wir schliesslich auf einen verständnisvollen Bürgermeister in Signal Mountain , der uns zwar auch nicht die Adresse der Shaws besorgen durfte, der aber unseren Brief an die Familie Shaw weiterleitete, die sich dann umgehend - begeistert über unsere Aktivitäten - bei uns meldete und auch zum Familientreffen 2003 nach Lössel reiste.

 

Die QQQ Familienforschung ist inzwischen fest organisiert und das Kreisarchiv Altena hat sich bereit erklärt - sollte es einmal Probleme in der Nachfolge der Aktiven geben - das gesamte Archiv zu übernehmen und zugänglich zu halten. Aus diesem Grund arbeiten wir auch bereits heute schon mit demselben Archivierungsprogramm wie das Kreisarchiv Altena.

 

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